Geschichte

Die Hohenzollern Apotheke in Berlin-Neukölln

Seit über 100 Jahren im Dienst für die Gesundheit

Der Name unserer Apotheke verweist auf den ersten Standort, an dem die Apotheke am  20. Oktober 1900 vor über 100 Jahren gegründet wurde. Es war am Hohenzollernplatz Nr.1, heute Karl-Marx-Platz, am Übergang zum Richardplatz, mitten im Herzen des damaligen Berliner Vorortes Rixdorf.

Der damalige Polizeipräsident hatte den Bedarf für eine Apotheke festgestellt, um eine ordentliche Arzneimittelversorgung in dieser großen Gemeinde sicherzustellen. Die industrielle Fertigung von Arzneimittel steckte in dieser Zeit noch in den Kinderschuhen, so dass die Apotheken vor allem Orte der Herstellung von Arzneimittel waren und das zum Teil in sehr großen Mengen. Das war manchmal Schwerarbeit! 1920 erfolgte die Eingemeindung von Rixdorf nach Berlin, sowie die Umbenennung in Neukölln. Die 20er Jahre waren in jeder Hinsicht eine bewegte Zeit und der ein oder andere brauchte schon sein Kopfschmerzmittel aus der Apotheke.

35 Jahre führte der Apotheker Carl Schröder das Geschäft, das im April 1935 in den Besitz des Apothekers Friedrich Sasse überging. Im 2. Weltkrieg wurde die Apotheke 1944 völlig ausgebombt, wie übrigens 60% der Berliner Apotheken, und um die Arzneimittel-Versorgung der notleidendenden Bevölkerung einigermaßen zu gewährleisten, wurde der Notbetrieb in zwei Räumen des heute noch existierenden Musik-Bading Hauses, Karl-Marx-Straße 186 am Karl-Marx-Platz, erlaubt.

1946 trat dann mein Großvater, Paul Göhr, auf den Plan, der als Vertriebener aus Schlesien, heutiges Polen, eine neue Wirkstätte suchte. Seine wichtigste Aufgabe war zunächst, wieder richtige, d.h. der Apothekenbetriebsordnung entsprechende Räume für die Apotheke zu finden. Das gelang ihm ziemlich schnell im Haus der Karl-Marx-Str. 169.

1958 übernahm mein Vater Hans-Günther Göhr nach dem Tod meines Großvaters die Apotheke. In den 70er Jahren war die Karl-Marx-Straße eine blühende Einkaufstraße mit vielen Schuhgeschäften und Kaufhäusern wie z.B. Hertie, C&A und Karstadt.

1981 erfolgte die Verlegung der Apotheke auf die andere Straßenseite Nr. 168, verbunden mit dem Einbau modernster Technik und anspruchsvollem Design. Viele Kunden erinnern sich gern an den Tag der Wiedereröffnung, denn die Belegschaft der Apotheke feierte diesen Tag mit ihnen in den Uniformen aus der Zeit des Hohenzollern-Königs Friedrich des Großen, festgehalten auf zahlreichen gemeinsamen Fotos. Und während von nun an die Medikamente für die Kunden zusammengestellt wurden, hatten Sie ganz nebenbei das Vergnügen, eine umfangreiche Zinnfigurensammlung zu bewundern, das Hobby meines Vaters.

Ende des letzten Jahrhunderts verließ ich meinen Arbeitsplatz in der pharmazeutischen Forschung bei Schering AG ( heute Bayer AG) und begann mich in des väterliche Unternehmen einzuarbeiten. Anfang des neuen Jahrtausends entschieden wir uns beide, die Weichen im Jahr des 100sten Bestehens noch einmal neu zu stellen. Trotz der schwierigen Situation des Einzelhandels in der Karl-Marx-Straße beschlossen wir, an diesem Standort zu investieren. Nach weitreichenden Umbaumaßnahmen und neuen Organisationsstrukturen gehörten wir dann wieder zu den modernsten Apotheken der Stadt.

Wir waren sehr stolz, am 20. Oktober 2000 dann das 100jährige Jubiläum mit unseren Kunden, Geschäftspartnern, Freunden und Familie zu feiern. Und wieder begrüßten wir sie in den Uniformen aus der Zeit des Preußenkönigs Friedrich des Großen. Zu den Gästen zählten auch der damalige Bürgermeister Dr. Manegold, sein Stellvertreter Herr Freiberg, und auch der damalige Wirtschaftssenator Herr Branoner beglückwünschte uns persönlich.

Seit dem Umbau unterstützt ein automatisiertes Warenlager unsere tägliche Arbeit und ermöglicht uns per Knopfdruck eine schnelle Warenausgabe, so dass wir beim Kunden bleiben können. Dies gibt uns Zeit, aufmerksam und ausführlich über seine Fragen zu sprechen. Klimatisierte Räume sorgen das ganze Jahr für optimale Lagerbedingungen und machen den Aufenthalt auch im Hochsommer angenehm.

In den letzen Jahren haben wir uns verstärkt der Naturheilkunde zugewandt, mit Themen wie Bachblüten, Schüssler-Salzen, sowie Aspekten der Tierpharmazie. Die Philosophie eines Dr. Bach, die Persönlichkeit zu behandeln und nicht die Krankheit, passt sehr gut zu unserer Unternehmenskultur, den Menschen in den Mittelpunkt unseres Handels zu stellen, und ihn aufmerksam und freundlich bei der Erwerbung und Anwendung seiner Medikamente zur Seite zu stehen.

Wir sind für unsere Kunden Lotsen im Umgang mit den verschiedensten Arzneimitteln und das mit Herz und Verstand. Gerade heutzutage, wo es durch den Gesetzgeber immer undurchschaubarer für den Kunden geworden ist, soll er sich vertrauensvoll auf unser Wissen und unsere Hilfe als Apotheker verlassen können. In sofern verbindet unser Beruf in idealer Weise fachliche Qualifikation mit Hilfsbereitschaft und Fürsorge. Meine Mitarbeiter und ich gehen jeden Tag gern in die Apotheke.

Zuhören - verstehen - helfen, und das in vielen Sprachen. Unsere Kunden finden das Spitze.